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Mit Eigenleistung Geld sparen




Wer am Bau selbst Hand anlegt, kann sich eine Stange Geld sparen. Man sollte allerdings gut abwägen, wofür das eigene Know-how ausreicht - und was man lieber den Profis überlässt.
(Von Andrea Nasemann)

„Wer sich am Bau zu viel vornimmt, kann sich schnell übernehmen“, ist die Erfahrung von Bernhard Riedl vom Verband Privater Bauherren in München. Zwar können Eigenleistungen die Kosten beim Bau des Eigenheims senken. Mehr als zehn Prozent Ersparnis ist allerdings für Berufstätige nicht realistisch. Da selbst handwerklich geschickte Bauherren annähernd doppelt so lange für die Arbeiten benötigen als Profis, können leicht 1000 Arbeitsstunden auf der Baustelle zusammenkommen. Bevor man Eigenleistungen ins Kalkül zieht, sollte man sich daher gut überlegen, ob man sowohl das fachliche Know-how als auch ausreichend Zeit und Tatkraft einbringen kann.

Sich selbst nicht überfordern

Vernünftigerweise plant man nur solche Jobs in Eigenregie, die keine hohen fachlichen und technischen Anforderungen stellen, also Malern und Tapezieren, Bodenbeläge und Außenanlagen. Wer sich an Fliesenarbeiten und Dachausbau wagt, sollte schon über entsprechende Erfahrungen verfügen. „Trotz allem sollte man sich vorher bei Kollegen oder Bekannten über die notwendigen Arbeiten informieren. Wer zum Beispiel das Dach selber ausbauen will, muss die bauphysikalischen Zusammenhänge kennen sowie sicherstellen, dass die Wärmedämmung ausreicht und das Dach luft- und dampfdicht ist“, rät Bernhard Riedl.

Klare Vereinbarungen

Schon vor dem Vertragsabschluss sollte man sich von der Baufirma eine Aufstellung der Material- und Lohnkosten für die Eigenleistungen unterbreiten lassen. Meist können die Firmen die Baustoffe günstiger beziehen. Dies sollte man in seiner Kalkulation berücksichtigen. Grundsätzlich sollte man nur solche Tätigkeiten übernehmen, die sich von den Vertragsleistungen der Hausbaufirma oder des Bauträgers konkret abgrenzen lassen. Um den vertraglichen Fertigstellungstermin einhalten zu können, sollte man den eigenen Einsatz mit dem Architekten, der Hausbaufirma oder dem Bauträger genau abstimmen. Die vereinbarte Eigenleistung und die damit verbundenen Gutschriften sollte man in den Vertrag aufnehmen lassen. Am meisten spart derjenige, der Arbeiten mit hohem Lohnkostenanteil übernimmt.

Faktor Sicherheit

„Im Vertrag sollte man sich auch überlegen, wer für die Planung und Koordination der Eigenleistungen verantwortlich ist“, empfiehlt Bernhard Riedl. Nachbarn, Freunde und Verwandte, die auf der Baustelle mit anpacken, muss der Bauherr bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) innerhalb einer Woche nach Beginn der Bauarbeiten anmelden. Dies gilt unabhängig davon, ob mithelfende Personen unentgeltlich arbeiten oder gegen Bezahlung. Das kostet den Bauherren regional unterschiedlich zwischen 1,73 und 2,21 Euro pro Helfer und Arbeitsstunde.

Die Beitragspflicht entfällt bei kurzfristigen Gefälligkeitsleistungen von Verwandten oder wenn alle Helfer zusammen nicht mehr als 39 Stunden arbeiten. Wer der Melde-, Nachweis- und Aufzeichnungspflicht nicht nachkommt, riskiert ein Bußgeld bis zu 2500 Euro. Der Bauherr ist auch für die Sicherheit auf der Baustelle verantwortlich: Die Baustelle muss mit Gerüsten abgesichert sein und die Helfer müssen Schutzkleidung tragen.

Für Schäden, die der Bauherr selbst verursacht hat, übernimmt der Bauträger keine Gewährleistung. Hat ein Handwerker gepfuscht, kann dieser zur Kasse gebeten werden. Allerdings treffen den Bauherren, soweit er die Arbeiten fortführt, Prüf- und Hinweispflichten. Es kommt dann darauf an, ob er den Mangel erkennen konnte beziehungsweise ob er ihn rechtzeitig gerügt hat.

Quelle:
Süddeutsche Zeitung / Andrea Nasemann












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